- die Geschichte der Griesmühle und der Familie Pudenz
Für viele Namensvetter (Pudenz) und deren Verwandte Nachfahren ist die Griesmühle bei Wilbich der Inbegriff unseres Ursprungs auf dem Eichsfeld.
An der Straße - von Geismar kommend - nach Ershausen, lag die sehr alte Mühle rechts nach der kleinen Bücke über die Rosoppe auf der Wilbicher Flur.
Sie war eine Wassermühle mit zwei Mahlgängen.
Wie sie zu ihren Namen gekommen war, ist uns leider nicht überliefert. Ob sie ihren Namen von einem ihrer früheren Besitzer (Gieß) bekommen hatte, oder ob es vom mittelhochdeutschen für (grobgemahlenes Mehl) abgeleitet wurde werden wir wohl nie erfahren.
Auch ihr Standort ist sehr interessant. Sie stand über Jahrhunderte immer außerhalb im Dreieck zwischen Wilbich, Ershausen und Geismar, war aber zu Wilbich eingepfarrt.
Eine Vermutung ist, daß sie ein Überbleibsel des im Jahre 1328/58 erwähnten Ortes Unterwyldebeche (Unterwilbich) sei, der aber 1420 nicht mehr erwähnt wurde.
Urkundlich wurde 1610 im (Reuterschen Lagerbuch) ein Greißmüller erwähnt,
ob er bereits ein Pudenz war ist nicht bekannt. Möglich wäre es, da schon im Jahre 1609 ein Pudenz in Wilbich erwähnt wurde.
Im Jahre 1664 tritt  Thomas Pudens, molitor in pago, aus dem dunkeln  der Geschichte,
er gilt als Urahne aller von der (windischen Mark) abstammenden Pudenz.
Thomas Pudens besaß nach dem (Jurisdiktionalbuch des Amtes Bischofstein) 5,5 Acker in den Windwehen Hecken und Land zwischen
(iriax Keudelen und Thomas Pudens stoßen uff Michael Fischern)
Nach den Kirchenrechnungen von 1677 bis 1679 gab Thomas Pudens jährlich zwei Pfund Wachs als Flachszins für ein Stück Kirchenwiese (Eselshof) bei der Griesmühle, für die auch seine
Nachfahren in der Griesmühle noch zahlten.
Nachweislich blieb die Griesmühle über 200 Jahre und 5 Generationen im Besitz der Familie Pudenz.
Letzter Griesmüller war der Joseph Pudenz, der letztmalig in der Gebäudesteuerveranlagung vom 10. Februar 1863 zu Wilbich erwähnt wurde.
Danach ging die Griesmühle in den Besitz, der mit uns verwandten Familie Lorenz über,
bei der sie bis zur Enteignung im Jahre 1945 verblieb.
Als volkseigener Betrieb wurde in der Griesmühle noch bis in die 60er Jahre Getreide gemahlen.
Da kein Wert auf die Erhaltung der Griesmühle gelegt wurde, verfiel sie immer mehr.
Anfang der 60er Jahre wurde das Mahlwerk ausgebaut und die Griesmühle zur Lagerhalle umfunktioniert.
1982 wurde die Griesmühle dann endgültig abgerissen.
So endet die Geschichte eines seid Jahrhunderten so prächtigen Gehöfts das auch Familiengeschichte geschrieben hat, durch den Unverstand eines Regime das auf alte Traditionen und die Geschichte seines Landes keinen Wert legte und es verfallen ließ!
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